Die Erkrankung

Viele Synonyme für ein und dieselbe Erkrankung

  • Liquorverlustsyndrom
  • spontane intrakranielle Hypotension (SIH)
  • Liquorunterdrucksyndrom
  • postpunktioneller Kopfschmerz
  • postpunktionelles Syndrom
  • Hypoliquorrhoe
  • intrakranielles Unterdrucksyndrom
  • spontane spinale Liquorfistel
  • Unterdruck Kopfschmerz
  • orthostatischer Kopfschmerz
  • Liquorleck/ Liquorfistel
  • Duraleck/ Durafistel
  • CSF Leak
  • low preasure headache

Auch wenn es viele verschiedene Bezeichnungen für diese Erkrankung gibt, steckt doch immer nur eins dahinter: Der Liquorverlust. Kopfschmerzen in aufrechter Körperhaltung, Symptomfreiheit im Liegen.

Gehirn und Rückenmark sind umschlossen von einer schützenden Hülle. Den Hirn- und Rückenmarkshäuten (Dura Mater, Pia Mater, Arachnoidea Mater). In diesem geschlossenen System schwimmen Gehirn und Rückenmark gut geschützt in rund 140 ml Liquor (Hirnwasser).

Kommt es nun zu einem Defekt in der Rückenmarkshaut, tritt durch dieses Leck Liquor aus in die Umgebung (Epiduralraum). Der Austritt des Hirnwassers führt dazu, dass das Gehirn in aufrechter Position im Schädel nach unten sinkt. Es entsteht Zug auf Hirnhäute und Gefäße, was typische Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel auslöst.

Durch den Abfluss des Liquor in den Rücken, kommt eine intrakranielle Hypothonie zustande. Sprich fehlender Liquordruck und Volumen im Schädel. Dieser Unterdruck kann dazu führen, dass sich Flüssigkeit zwischen den Hirnhäuten ansammeln kann und zu subduralen Blutungen führen kann.

Spinalkanal

Dies macht sich nun in aufrechter Körperhaltung bemerkbar. Im stehen oder liegen drückt das Liquor oberhalb des Lecks nach unten, so läuft plötzlich viel Hirnwasser ab und es kommt zu heftigen, ziehenden Kopf- und Nackenschmerzen. Im liegen fehlt dieser Druck und es kann nur wenig Liquor entweichen. Daher auch die Bezeichnung orthostatischer oder lageabhängiger Kopfschmerz.

Allerdings können auch eine Vielzahl anderer Symptome auftreten. Einige sind primär, andere sekundär. Viele Symptome können sehr schwerwiegend sein und die Lebensqualität der Betroffenen und Ihre Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigen.

Von vielen Leidenden wird eine Vielzahl von Symptomen erlebt, aber nur wenige erleben sie identisch. Das hängt mit vielen Faktoren zusammen. Lage des Lecks, wieviel Volumen tritt aus, welche Nerven werden komprimiert beim Absinken des Gehirns. Jeder Mensch ist anders, so variieren auch die Beschwerden.