Diagnostik

Oft kann es sich schwierig gestalten ein Liquorleck nachzuweisen, daher gibt es einen bestimmten Ablauf verschiedener Untersuchungen.

  • MRI Wirbelsäule
  • MRI Schädel
  • dynamische Ultraschalluntersuchung der Opticusscheide
  • lumbaler Infusionstest ggf. mit Kontrastmittelgabe
  • MRI Wirbelsäule nach Kontrastmittelaufnahme
  • dynamische Myelographie
  • post- myelo CT der Zielregion

Mit dem MRI der Wirbelsäule kann man kein Leck nachweisen, aber es kann diverse Hinweise oder verdächtige Stellen sichtbar machen. ZB. eine Flüssigkeitskollektion außerhalb der Dura oder Bandscheibenvorfälle, die die Dura perforieren.

Im MRI des Schädels können sich auch klassische Zeichen des Liquorunterdrucksyndroms zeigen. zB. subdurale Flüssigkeitsansammlungen wie Hygrome oder Hämatome, verdickte Hirnhäute durch Kontrastmittelanreicherung, Verlagerung des Gehirns nach unten. Oft ist das MRI vom Schädel allerdings ohne Befund.

Ob ein Unterdruck im Schädel vorliegt kann in vielen Fällen ein Ultraschall des „Nervus Opticus“, also des Sehnervs, beantworten. Wie das Gehirn ist auch der Sehnerv von Liquor umgeben, der sogenannten Sehnervenscheide. Ist der Druck zu niedrig, verkleinert sich die Sehnervenscheide, ist der Druck erhöht, dehnt sie sich aus. Der Ultraschall wird erst in liegender Position gemacht und dann in aufrechter Position wiederholt. So wird der Unterschied nach Lagewechsel deutlich.

Der lumbale Infusionstest ist ein Verfahren zur Dauerdruckmessung. Hier wird über eine intrathekale Nadel der Liquorraum konstant über ca. 30 min mit Volumen belastet. Bei gesunden Menschen kommt es dabei zu einem gleichmäßigen Druckanstieg, der Basisdruck bleibt stabil. Bei einem Leck hingegen schwanken Druckanstieg und Basisdruck, da die zugeführte Flüssigkeit an einer anderen Stelle wieder abläuft. Hier kann sofort in einem rutsch Kontrastmittel für eine MR Myelographie verabreicht werden.

Die Myelographie ist ein bildgebendes Verfahren bei dem Kontrastmittel in den Rückenmarkskanal gespritzt wird, mit anschließenden Röntgen-, CT- oder MRI Aufnahmen. Demnach unterscheidet man zwischen

  • Myelographie/ dynamische Myelographie
  • CT Myelographie/ dynamische CT Myelographie
  • MR Myelographie

Bei der Myelographie wird mittels Lumbalpunktion Kontrastmittel in den Rückenmarkskanal gespritzt und anschließend Röntgenaufnahmen gemacht. Dynamisch bedeutet in diesem Fall, dass der Patient erst in Kopftieflage gebracht wird, um das Kontrastmittel über die komplette Wirbelsäule zu verteilen. Anschließend werden Aufnahmen in verschiedenen Winkeln, sowie Bauch-, Rücken- und Seitenlage gemacht. Das ist der Vorteil zur CT- und MR Myelographie, wo die Aufnahmen meistens nur in Bauch- und Rückenlage gemacht werden können. Wenn ein Leck vorhanden ist, tritt Kontrastmittel durch das Loch in der Rückenmarkshaut aus und kann so auf den Aufnahmen dargestellt werden. Darin liegt die Schwierigkeit, denn ein solches Leck kann an jedem Abschnitt der Wirbelsäule entstehen. Zudem ist die Dura ein runder, schlauchartiger Kanal wodurch sich die Frage stellt, liegt das Leck auf der Bauchseite (ventral), Rückenseite (dorsal), links oder rechts des Schlauches. Daher werden die Aufnahmen in der dynamischen Myelographie auch in allen möglichen Winkeln und Positionen gemacht, damit das Kontrastmittel von jeder Stelle des Kanals die Möglichkeit hat nach Außen auszutreten.

Wenn kein Kontrastmittelaustritt zu sehen war, kann in zeitlichen Abständen von ein paar Stunden ein CT wiederholt werden. So sieht man, ob nach einiger Zeit doch noch Kontrastmittel nach Außen ausgetreten ist. Ist das der Fall, wird die Myelographie meist am nächsten Tag wiederholt.

Die CT Myelographie, genau wie die MR Myelographie laufen etwas einfacher ab. Hier bekommt man auch Kontrastmittel inrathekal gespritzt und wird danach ins CT oder MRI gefahren.

Die dynamische CT Myelographie ist noch nicht weit verbreitet, aber eine gute Möglichkeit ein Leck zu suchen, wenn es in der dynamischen Myelographie nicht gelungen ist. Hier liegt man mit der Hüfte hoch- und dem Kopf nach unten gelagert auf dem Bauch. Auch hier bekommt man Kontrastmittel injiziert, allerdings nicht auf einmal, sondern nach und nach. So werden immer wieder hochauflösende Bilder gemacht. Der Vorteil ist, dass auch schnelle Lecks (Kontrastmittel fließt schnell aus und ist schwer in der Myelographie bildlich festzuhalten) leicht gefunden werden können. Der Nachteil, man braucht eine Verdachtsstelle die man gezielt unter die Lupe nehmen kann.

Um einen Verdacht zu bestätigen kann auch noch eine Kipptischuntersuchung gemacht werden, um festzustellen, ob sich der Puls im Wechsel von liegender-, zu aufrechter Position verändert. Hierbei wird man auf einem Bett an Armen und Beinen festgeschnallt und an ein EKG angeschlossen. Das Bett wird nun aus der waagerechten aufgekippt während kontinuierlich der Puls gemessen wird. Erhöht sich der Puls in aufrechter Position, spricht man von einem Posturalen orthostatischen Tachykardiesyndrom (POTS), welches oft in Verbindung mit einem Liquorverlust vorkommt.